Ciabatta

So simpel es daherkommt, so aromatisch ist dieses Brot trotz einer relativ niedrigen Ruhezeit mit wenig Hefe. Dieses Rezept war das erste, was meinen zwei linken Bäckerhänden wirklich gelungen ist, daher dürfte es als gelingsicher einzustufen sein. ^^

Rezept

Zeitaufwand

4 - 4,5 Stunden 

Relativ niedrige Ruhezeit bedeutet natürlich im Vergleich zu Rezepten, die mit einem Vorteig über Nacht arbeiten. Die Ruhezeit ist hier allein mit 3,5 Stunden insgesamt anzusetzen, der Rest ist Anrühren und Backen.

Portionen

2 - 4 Brote

Das Rezept ergibt vier dünnere oder zwei große Ciabattas, je nach Anlass kann man natürlich alles unten halbieren. Ich arbeite gerne mit Trockenhefe und halbiere diese Tütchen ungerne. ^^

Zutaten

  • 800 g Weizenmehl (Type 550)
  • 1 Tütchen Trockenhefe (entspricht 1/2 Würfel Frischhefe)
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Zucker
  • 550 mL handwarmes Wasser (max. 30 Grad)
  • 2 EL Olivenöl
  • Mehl zum Arbeiten
  • optional: Trockenkräuter (z.B. Thymian, Rosmarin, Oregano)

Zubereitung

1. Mehl in eine ausreichend großen Schüssel einwiegen und das Salz untermischen.
2. Die Hefe zum handwarmen Wasser geben, ebenso den Zucker (2 Würfelzucker entsprechen einem TL Zucker, nehme ich immer) und homogen verrühren, bis der Zucker gelöst ist.
3. Das Hefewasser und das Olivenöl zum Mehl geben und entweder mit einem Kochlöffel (der Teig wird sehr weich) oder mit Küchenmaschine auf niedriger Stufe verrühren. Optional: Trockenkräuter zugeben und unterrühren.
4. Der entstandene Teig braucht jetzt mindestens zwei Stunden Ruhezeit, damit die Hefe arbeiten kann und das typische Aroma entsteht. Bis drei Stunden habe ich selbst schon gemacht, das ist kein Problem.
5. Anschließend den Teig auf eine stark bemehlte Arbeitsfläche stürzen (oder aber auf ein stark bemehltes Backpapier auf dem Backblech, der Einfachheit halber, dann spart man sich einen "Umzug"). Hände mit Wasser anfeuchten und den Teig zu einem Päckchen falten. Dafür ziehe ich an allen vier Seiten den Teig etwas in die Länge und klappe diese Seite mittig obendrauf. Anschließend den Teig in Gesamtheit an einer Seite in die Länge ziehen und einfach mittig zusammenklappen. Der Teig bekommt jetzt wieder 30 Minuten Ruhezeit, dafür die Oberfläche des Laibes (bei Bedarf) leicht einmehlen und ein mit einem Tuch abdecken.
6. Danach wird der Teig nochmal mittig gefaltet, die Ruhezeit verkürzt sich auf 15 Minuten, danach noch einmal wiederholen (also zwei Mal Falten und anschließend jeweils 15 Minuten Ruhezeit unter dem Tuch).
7. Den Teig in zwei oder vier Teile teilen (bei vier braucht man zwei Backbleche oder backt in zwei Durchgängen, würde ich empfehlen) und zu länglichen Laiben formen und ziehen, die Länge richtet sich nach dem Backblech, etwas Platz zu den Kanten lassen! Auf ein bemehltes Backpapier auf einem Backblech platzieren (wenn nicht schon geschehen), gefolgt von 30 Minuten Ruhezeit vorm Backen.
8. Während der Ruhezeit den Backofen auf 240 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
9. Nach Abschluss der Ruhezeit das Backblech in den Ofen und 22 - 25 Minuten (je nach Ofen) bis zu einer appetitlichen Bräune backen.

Optional: ich arbeite hier gerne mit ein wenig Schwaden, d.h. ich heize eine kleine Edelstahlwanne unten im Backofen mit vor und gebe beim Einschießen 50-100 mL Wasser in diese, um Wasserdampfschwaden zu erzeugen. Diese entlasse ich nach 10 Minuten Backzeit wieder aus dem Ofen und backe dann wie beschrieben zu Ende. Das erzeugt noch mal ein paar Prozente Knusprigkeit beim fertigen Brot.

10. Das fertige Brot auf einem Kuchengitter oder einem Grillrost auskühlen lassen. 

FERTIG! :)

Anmerkungen, Erfahrungen, Alternativen

Das hier ist die Dimension eines großen Ciabattas, d.h. aus 400 g Mehl. Wenn man die doppelte Menge macht, würde ich empfehlen, zwei Backdurchgänge zu machen. Mir bleibt gar nichts anderes übrig, da ich kleine Backöfen haben, deren Höhe das "Stapeln" von zwei Blechen nicht zulässt. Die Backzeit ist ja verkraftbar gering.

Das Dehnen und Falten findet man bei einigen Rezepten nicht, ich habe schon so einige Rezepte ausprobiert. Der Teig bekommt spürbar mehr Struktur und Standfestigkeit mit fortlaufender Verarbeitung, diese Vorgehensweise lieferte aus meiner Sicht das beste Ergebnis aller meiner Probeläufe. Guter Rat: beim Hantieren immer mit viel Mehl arbeiten, der Teig ist echt klebefreudig. ^^